Mittwoch, 5. Dezember 2018
dualcoin
Das gestrige Foto war nur als Auflockerung gedacht. Heute geht es nämlich inhaltlich weiter. Nachdem es einige bitcoin-Millionäre gab, hat das Thema Kryptowährung auch die letzten Winkel der Finanzwelt erreicht. Jetzt kommen immer wieder Meldungen, wie z.B. Zehn Jahre Bitcoin: Es werde Geld.

Ich hatte 2011 das erste mal bitcoins erwähnt. Wenn ich mich richtig erinnere, dann war das der Zeitpunkt zu dem ich mich das erste mal ein bißchen in die Thematik eingeleesen hatte - vielleicht war es auch die alternativlos-Folge. Damals habe ich das Konzept als Energieverschwendung und boykottierwürdig abgetan (sonst wäre ich heute vielleicht selbst Millionär). Jedenfalls hat das mal jemand Emissionsmäßig abgeschätzt: Kryptogeld als CO2-Treiber - mit verheerender Bilanz.

Im Folgenden will ich also (reichlich spät) ein paar Gedanken zum Thema festhalten. Korrigiert bzw. ergänzt mich bitte, falls nötig.
- Grundsätzlich finde ich die Idee einer virtuellen Währung spannend, weil sie über das Internet den konventionellen Geldverkehr umgeht und zwar weltweit. Dadurch hat es etwas (positiv) Anarchistisches, weil man Banken und ähnliche Gängster nicht mehr braucht (das stimmt nur halb, schließlich will man irgendwie bitcoins und "echtes Geld" umtauschen). Leider hat das auch den Nachteil, daß es mißbraucht werden kann, wie z.B. im darknet oder für Erpressungstrojaner.
- Die Kryptowährungen beruhen auf sogenannten Blockchains. Das ist ein Thema für sich, deswegen nur kurz mein Verständnis. Blockchain ist ein Buchhaltungssystem, das die Information darüber enthält, wer was besitzt. Allerdings speichern alle Teilnehmer alles. Sollte es zu Diskrepanzen kommen, dann wirken Mechanismen (Mehrheitsentscheid) zur Lösung, was auch schon mißbraucht wurde. Aufgrund der maximalen Redundanz erfordert das System große Mengen an Resourcen (d.h. Speicher, Datenaustausch). Die Technik an sich ist interessant, aber leider gehört blockchain zu den verbrauchten Buzzwords (so ähnlich wie zB Adaptation).
- Zumindest beim bitcoin gibt es zusätzlich das Schürfen (mining). Dabei geht es darum, bitcoins zu suchen, die kryptographisch versteckt sind. Ich stelle mir das so ähnlich wie Primzahlen finden vor - nur sinnloser. Es ist einfach nur Rechenaufwand. So wie ich es verstanden habe, sind die bitcoins endlich, d.h. irgendwann müßten alle gefunden worden sein.
- Bitcoins kann man nicht essen. Ihr Wert kommt nur dadurch zustande, daß jemand denkt, es lohnt sich, sie zu kaufen. Es handelt sich nur um Information (elektronischen Geldverkehr konsequent weitergedacht).

Nachtrag (13.12.2018): Hier ist eine Gegenposition zum Thema. Ich habs natürlich nicht geleesen und bleibe dabei, daß bitcoin oÄ sehr resourcenintensiv sind. Selbst bei einer Durchdringung von Erneuerbaren Energiequellen muß man sparsam sein, zB wenn man die Landschaft nicht komplett mit Windrädern zupflastern will.

Nachtrag2 (13.12.2018): sozusagen das Gegenteil von Sustainable Programming – Softwarecode ohne Stromfresser

Nachtrag3 (12.1.2019): Wie viele Bitcoins gibt es eigentlich? und Mutmaßlich 51-Prozent-Attacke gegen Ethereum classic

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