Sonntag, 20. September 2026
Nachtrag
Dieses Wochenende war ich wieder in Berlin und habe auch die anderen Richtungen unserer Nachbarschaft erkundet. Dazu dieser Nachtrag mit ein paar weiteren Beobachtungen.
Die besetzten Häuser in der Kreutzigerstraße stehen noch. Das OM-Cafe oder Cafe OM läuft. Es ist ja der Nachfolger der Coffee-Profiler (chronisch schlechte Laune) und nicht nur bei Ole beliebt. Der Blumenladen daneben wurde allerding in einen Späti umgewandelt – wie viele Spätis verträgt der Kiez – und warum gibt es in Dresden so wenige? Auf der anderen Seite sollte ewig ein Schokoladenladen auf machen. Jetzt ist es soweit. Ich kann mich aber nicht erinnern, wie die Räume davor genutzt wurden. Noch ein Haus weiter gab es eine Apotheke, die aber noch zu unseren Zeiten zugemacht hatte. Inzwischen ist dort ein Schuhgeschäft drin. Die vier wirken jetzt ziemlich hip. Mal sehen, wie lange sie sich halten. Das ČSA gibt es noch – gefühlt ewig, obwohl nie Leute darin zu sehen sind. Eine große Enttäuschung ist, daß die Peres Projects (neben der Karl Marx Bundhandlung) ausgezogen sind. Die Galerie hatte die Räume nämlich immer großzügig für zeitgenössische Kunst genutzt. Das James June hat nun doch wieder Bretterbuden in den Garten gestellt. Mir fiel erst heute auf, daß der Döner daneben verschwunden ist. Er war wirklich nur ein Container. Dort kaufte ich nur im Notfall Bier, weil die Flaschen nach Döner rochen.

In der Friedenstraße gab es neben der Auferstehungskirche einen Steinmetz. Wiederum daneben gab es eine Brache, wo auch mal eine Wagenburg stand. Dort wurde schon vor Jahren gebaut, inklusive Budni. Der Steinmetz mußte jetzt auch weichen, aber wer produziert jetzt die Grabsteine? Die Gemeindeschule No. 135137 steht noch immer leer. Grumpy Lady ist im Urlaub, aber ihren Laden neben dem Bäcker neben dem Goldenen Karpfen in der Lebuser Straße scheint es noch zu geben. In der Singerstraße, gegenüber Tanjas Plattenbau, ist auch eine Baustelle enstanden (Nachverdichtung vom Feinsten).

Das RAW-Gelände konnte ich nur kurz beim Vorbeigehen begutachten. Wer Gelegenehit hat, sollte es besuchen, so lange es noch geht. Der Antiktrödel-Markt am Ostbahnhof ist deutlich kleiner geworden. Den Friedrichshainer Geschichtskalender konnte ich mir gerade noch verkneifen.

Unterdessen werden in Friedrichshain die Grasflächen nicht mehr gemäht, wohl zwecks Wildblumen. Die Konsequenz ist aber, daß der Götterbaum die Flächen besiedelt. Das ist besonders deutlich beim Platz der Vereinten Nationen zu sehen.

Am 25.9.2026 ist Schulstreik gegen die Wehrpflicht (11:30 Leopoldplatz). Am 26.9. findet im Columbia Theater eine Veranstaltung statt „A life without punk – John Robb, Mark Reeder & guests“.