Samstag, 21. März 2020
covid-corona-blog #7
Ich bin sicherlich nicht der erste, der feststellt daß die Coronoa-Krise auch was gutes hat. Hier sehe ich unter der Woche mehr Jogger und Radfahrer als sonst am Wochenende. Bedenkt man, daß außerdem die Luftverschmutzung geringer ist, dann machen die kraß was für ihre Gesundheit.

Unterdessen hat das Konsulat in San Francisco versehentlich eine Schlüsselliste anstelle eines Briefes verschickt. Kann mal passieren. Das ist schon eine krasse Situation. Das Auswärtige Amt muß auch zusehen, daß ihre Leute nicht krank werden. Wer soll denn dann die ganzen Deutschen zurück bringen?

Abschließend mußte ich an meine Pflanzen denken. Vor unserer Ausreise habe ich sie zur Arbeit gebracht und in den Büros der Kollegen verteilt. Die machen jetzt aber alle Home-Office. Das wird es wohl gewesen sein.


siehe auch: #6


Nachtrag (3.4.2020): Link korrigiert

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covid-corona-blog #6: zusammenhangslos
- Spatio-temporal propagation of COVID-19 epidemics
- Kalifornien rechnet mit mehr als 25 Millionen Coronavirus-Infektionen
- Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) zur Verbreitung des neuen Coronavirus (SARS-CoV-2)
- Coronavirus: The Hammer and the Dance
- Just The Flu


siehe auch: #5 (lebt)

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Donnerstag, 19. März 2020
covid-corona-blog #5: Bitterstoffe
In Neukölln gibt es ein kleines Bekleidungsgeschäft namens Süßstoff, das *bio *fair *vegane Mode und Geschenke verkauft. Dort habe ich schon öfter mal was gekauft und auch hier verlinkt.

Jetzt müssen sie natürlich schließen und schreiben auf fb:
"Wir sind gerade dabei, einen kleinen Onlineshop einzurichten und die Zeit bis zur Wiedereröffnung zu überbrücken! Wer etwas braucht, kann uns aber auch gerne ... Bescheid geben. Wir liefern per Fahrrad oder Post :) Wir freuen uns über jede Unterstützung in dieser ungewissen Zeit."

Es ist ein kleiner Laden mit wenig Laufkundschaft. Ich hoffe und wünsche, daß sie wieder werden öffnen können.


siehe auch: #4


Nachtrag (23.3.2020): Süßstoff ist online

Nachtrag (25.3.2020): hier kann man Gutscheine kaufen

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Mittwoch, 18. März 2020
covid-corona-blog #4: deskriptive, qualitative Beschreibung
In Deutschland gilt das Robert-Koch-Institut (RKI) als Non plus ultra in Sachen Ansteckungskrankheiten.
Ich halte fest:
- 21.1.2020: geringes Risiko
- 27.1.2020: sehr geringes Risiko
- 28.2.2020: gering bis mäßiges Risiko
- 02.3.2020: mäßiges Risiko
- 17.3.2020: hohes Risiko

Wünscht man sich nicht ein bißchen Antizipation? Man will doch eigentlich über ein Risiko informiert werden bevor es soweit ist. Ich denke dabei an Sturmwarnungen des DWD.

Nun gut, das RKI schreibt:
"Bei der Risikobewertung handelt es sich um eine deskriptive, qualitative Beschreibung. Den für die verwendeten Begriffe 'gering', 'mäßig', 'hoch' oder 'sehr hoch' liegen keine quantitativen Werte für Eintrittswahrscheinlichkeit oder Schadensausmaß zugrunde." oh-ha. "Allerdings werden für die Schwerebeurteilung ... Übertragbarkeit, Schwereprofil und Ressourcenbelastung ... mit jeweils quantifizierbaren Parametern beurteilt."
Ich nehme an "quantifizierbar" heißt nicht, daß sie quantifiziert werden.
Außerdem wird betont, der "IST-Zustand der epidemiologischen Lage in Deutschland" geht in die Risikobewertung ein.


siehe auch: #3


Nachtrag: Bei uns funktionieren die Lieferdienste nicht mehr, dh wenn man Lebensmittel online bestellen will, muß man einen Slot für die Lieferung wählen. Es gibt aber keinen freien. Daß amazon 100.000 Stellen ausschreibt, könnte damit zusammenhängen. Vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt amazon-Aktien zu kaufen.

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Dienstag, 17. März 2020
covid-corona-blog #3: elefand
Unsere Ausgangssperre ist seit heute in Kraft. Beim Lesen der Details stellt sich heraus, daß sie doch nicht so restriktiv ist, wie es klingen mag. Es ist also nicht weiter verwunderlich, daß ich heute morgen als erstes eine Joggerin auf der Straße gesehen habe.

Man soll sich in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes eintragen (die web-Adresse beinhaltet "elefand"). Allerdings funktioniert die Seite nicht (überlastet?). Glücklicherweise haben wir das bereits vorgestern erledigt.


siehe auch: #2

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covid-corona-blog #2: shelter in place
In der Bay-Area wurde jetzt eine Ausgangssperre verhängt, für drei Wochen ab Mitternacht (ab dem 17.3.):
"The order limits activity, travel and business functions to only the most essential needs. ... The order defines essential activities as necessary for the health and safety for individuals and their families."
Was essential bedeutet, ist spezifiziert und beinhaltet verschiedene Geschäfte. Man kann halt nicht draußen spazieren gehen.

Dann noch zwei Links:
- endcoronavirus.org habe ich mir nicht näher angeguckt
- Coronavirus: Warum Herr Drosten jetzt endlich schweigen sollte ein kritischer telepolis-Artikel zur Situation in Deutschland

Nachtrag: Wir haben beschlossen, die nächsten drei Monate hier zu bleiben. Niemand weiß, ob es so kommen wird. Es kann sein, wir müssen weitere sechs Monate bleiben, oder es gibt eine kurzfristige Aufforderung des Auswärtigen Amtes, nach Deutschland zurückzukehren.


siehe auch: #1


Nachtrag (27.3.2020): #1-Link korrigiert.

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Montag, 16. März 2020
covid-corona-blog #1
Ich kann es selbst nicht mehr hören bzw. lesen. Das Thema Corona Virus bzw. Krise beherrscht alle Medien. Irgendwo hat ein Historiker argumentiert, es sei ein Ereignis historischen Ausmaßes und man solle ein Tagebuch führen, um die Geschehnisse festzuhalten. Das finde ich sinnvoll und will in dieser Serie ein paar Gedanken niederschreiben.

Mich erinnert die Situation an eine Kombination aus Weihnachten, Y2k und SoFi. Weihnachten, weil alle einkaufen und es sonst eher ruhig wird. Y2k, weil eine Katastrophe droht, man aber nicht weiß welchen Ausmaßes. SoFi, weil die Situation an eine Massenhysterie erinnert.

Ich will zunächst ein paar positive Dinge nennen.
- In den sozialen Medien lese ich viel vernünftige Sachen unter den Tags #FlattenTheCurve #SocialDistancing #StayAtHome #Nachbarschaftshilfe. Die Idee ist, daß man seine physischen, sozialen Kontakte drosseln soll, um dadurch die Ansteckungen zu minimieren. Es geht darum, die Welle der Erkrankungen flach zu halten, damit das Gesundheitssystem damit fertig wird. Man soll also zuhause bleiben. Neuerdings wird das aber relativiert - man soll sich in seiner Nachbarschaft gegenseitig helfen, aber nur einem kleinen Kreis und nicht jeder jedem.
- Für meine Klimawandelkollegen ist das eine Art Reality Check. Offensichtlich gibt es noch andere Gefahren für die Menschheit als den Klimawandel. In letzter Zeit haben Greta&Co so viel Aufmerksamkeit a la Fridays for Future erhalten, daß man jetzt die letzten Zuckungen beobachten kann. Sie versuchen zu argumentieren, daß man beim Klimawandel ähnlich resolut vorgehen soll, wie bei dieser Krise. Versteht mich nicht falsch - den Klimawandel gibt es und er wird schwere Folgen haben. Aber es gibt eben noch andere Risiken (es ist nicht alles Klimawandel) und jetzt beobachten wir, wie praktisch von einem Tag auf den anderen der gesamte Globus von einer Krise getroffen wird, mit allem Drum und Dran (Tote und Rezession, respectively).
- Mein Laden hat sich immer gegen Homeoffice gewehrt, jetzt ist es verpflichtend.
- Wir sollten die Zeit nutzen, um endlich mal etwas zu schaffen. Aus einer Not, eine Tugend machen. Die Ruhe produktiv nutzen.
- Fußball-Spiele werden abgesagt. Es wird diskutiert die bevorstehende EM zu verschieben.

Dann will ich noch etwas zu unserer Situation sagen. Wir sind seit fast einem halben Jahr in den USA. Wir haben seit Wochen befürchtet, daß das Virus in Europa bzw. Deutschland grassieren würde und die USA Einreisen unterbinden würden. Das ist jetzt tatsächlich eingetreten (was eine offensichtliche politische Note hat). Da wir hier Einkommen und Wohnung haben, und bei einer Ausreise wahrscheinlich nicht so bald zurückkehren können, planen wir hier zu bleiben. Allerdings beginnen Länder in Europa damit, ihre Grenzen gänzlich zu schließen bzw. ihre Landsleute zur Rückkehr aufzufordern. So daß wir nicht wissen, wie es weitergeht.

Mit unserem fast einjährigen Sohn haben wir dieses Wochenende das Leben in Isolation begonnen (vorher waren wir natürlich auch schon vorsichtig). Es stellt eine zusätzliche Herausforderung dar, weil er unterhalten werden will und man nicht den ganzen Tag zuhause bleiben kann. Auf dem Spielplatz läuft man Gefahr, anderen Leuten zu begegnen. Wir fragen uns auch, wer ihn aufnehmen kann, sollten wir beide schwer erkranken.

Unterdessen gibt es seit gestern an der Uni den ersten bestätigten Fall. Es handelt sich um eine(n) Graduate Student, der/die aber nicht auf dem Campus lebt. Jedenfalls betreibt die Uni eine sehr gute Informationspolitik. Unabhängig davon ist im Haus gegenüber gestern ein Rettungswagen und die Feuerwehr mit viel Tamtam aufgefahren. Ein junger Asiate mit Mundschutz kam heraus und sie haben Temperatur und Blutdruck gemessen. Mehr habe ich nicht sehen können. Nach einer Weile sind sie wieder abgefahren und haben ihn dagelassen.

Zum Abschluß noch ein interessantes Detail am Rande: die Bertelsmann-Stiftung forderte, über die Hälfte der Kliniken zu schließen.

Ich denke, in Deutschland hat man zu moderat reagiert und hätte schneller stärkere Maßnahmen ergreifen sollen. Meine Vermutung ist, daß die Regierung(en) eine schrittweise Taktik gewählt hat/haben, um keine Panik zu verursachen. Ich würde mir ja eine Europäische Strategie wünschen. Aber da sitzt gerade einer unserer besten Leute.


siehe auch: 20.2.2020, 3.3.2020, 4.3.2020, 8.3.2020, 12.3.2020


Nachtrag: Lange hatte ich das Gefühl, daß es eine Art Übung ist. Gleichzeitig denke ich, viele Leute haben eine gewisse Faszination für Pandemien.

Nachtrag (15.4.2020): Die legendäre Leopoldina wollte auch Krankenhäuser schließen (fefe).

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Sonntag, 15. März 2020
alles ist gesagt
EA80 - der Vamp (22-11- '80)

sehet auch: Vamp 3.10.2016

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Donnerstag, 12. März 2020
Löndon
Ist zwar kein guter Zeitpunkt, aber vielleicht will sich der eine oder andere doch dieses Buch kaufen und es in Vorfreude lesen, um dann vielleicht in einem halben Jahr London zu besuchen:
Glücksorte in London Fahr hin und werd glücklich (von Katy Schlegel).

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Krise
Ich will ja den Teufel nicht an die Wand malen, aber diese covid19-Geschichte wird die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession stürzen. Wenn es so weitergeht wie bisher, dann dürfte die Krise vergleichbar mit oder schlimmer als 2007-2009 werden.

Nachtrag: mit/als korrigiert

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